Heftige Unwetter in Wien! Ein Augenzeugenbericht.

Wir saßen in einer Besprechungsrunde, als wir plötzlich laute "Aufprallgeräusche" hörten. Als wir aus dem Fenster schauten, sahen wir einzelne Brocken, die von oben in unregelmäßigen Abständen auf die Unterstelldächer heruntersausten und mit lautem Knall aufprallten und zur Seite flogen.

Die erste Annahme war, da räume jemand Kieselsteine vom Flachdach des Betriebsgebäudes ab und werfe sie achtlos herunter. Bei näherem Hinsehen stellten wir mit Erstaunen fest, daß die Geschosse über den gesamten Firmenparkplatz verteilt aufprallten und es sich um Eisklumpen handelte.

Das fremdartige an der Situation war, daß die Sonne schien und der Himmel keineswegs stockfinster war, wie es bei extremem Hagel zu erwarten wäre. Es war für alle Beobachter eine völlig fremde, eigenartige Situation, und es dauerte einige Zeit, bis wir uns auf die Lage eingestellt hatten und rational reagierten, indem wir die auf dem Hof lagernde Ware und abgestellten Fahrzeuge in Sicherheit brachten. Im Nachhinein mit dem Gefühl noch einmal glimpflich davon gekommen zu sein, denn es gab zwar ein paar verbeulte Fahrzeuge, aber es ist keine Person zu Schaden gekommen. Dies hätte bei der Größe und Geschwindigkeit der Hagelbrocken durchaus der Fall sein können.

Zunehmend nahm der Himmel die unwettertypische Farbe an, und es begann ein außerordentlich heftiger Hagelschauer. Dabei nahm die Größe des Hagels deutlich ab. Draußen rannten noch einige Leute Schutz suchend umher. Die meisten hatten sich allerdings schon in Sicherheit gebracht, als die gefährlichen Eisbrocken gefallen waren.
Innerhalb weniger Minuten war alles mit einer weißen Schicht bedeckt, und es sah genauso aus wie im Winter, wenn es ein Wenig geschneit hat.

Das Geschehen hatte uns so beeindruckt, daß wir leider erst später auf die Idee kamen, Fotos zu machen, als der Hagel teilweise wieder getaut war.


Nach dem starken Hagelschauer mischte sich immer mehr Regen dazu. Schließlich war es ein richtiger Wolkenbruch. Dazu gab es zahlreiche Blitze. Das Donnern war allerdings nur "nebenbei" zu vernehmen, da der Niederschlag und die Windböen so viel Lärm machten. Blitzeinschläge in unmittelbarer Nähe konnten wir keine feststellen.
Als endlich der ganze Spuk vorbei war - vorerst jedenfalls - lag auf der dünnen "Schneedecke" eine grünliche Schicht, bestehend aus dem, was das Unwetter den Bäumen entlockt hatte.
Keiner der Beteiligten hatte jemals ähnliches erlebt. Die Frage war, wie sieht es in der Umgebung aus? Ist der Feierabendverkehr zusammengebrochen? Wie sind die Auswirkungen am Wohnort? usw. Auf der einen Seite waren die Sorgen berechtigt, da es in Kaisermühlen sogar einen Tornado gegeben hatte. Andererseits war das Unwetter auf den Bezirk 20 und und die nähere Umgebung beschränkt. Im restlichen Wien und im Umland gab es lediglich "normale" Gewitter bzw. Niederschläge.

Wien, 13. Mai 2003

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