Selbst wenn es mitten am Tag ist,
wird es so dunkel, dass die Straßenlaternen angehen. Dann bricht das Höllenunwetter
los: Orkanböen, die 150 oder gar 170 Stundenkilometer erreichen können, Regen wie
ein Wasserfall, Mehrere Blitze pro Sekunde, von denen viele in der Umgebung
einschlagen, Donnerschläge, die so laut sind, dass reihenweise Alarmanlagen von
Autos anspringen. Wenn man ganz viel Pech hat, gibt es schweren
Hagel. Nicht diese kleinen Eiskügelchen, sondern Geschosse, die mit über 150 Km/h
zur Erde donnern und sogar so dick wie Pampelmusen sein können. Eine tödliche Gefahr!
Dachpfannen und Fenster werden zerschmettert, Autos zerbeult, unzählige Tiere und
auch einige Menschen erschlagen.
Der Orkan schmeißt reihenweise Bäume um. Es ist furchtbar laut, und falls es einen Tornado
gibt, kann sich der Lärm steigern, bis man Ohrenschmerzen bekommt. Es herrscht eine regelrechte
Weltuntergangsstimmung, die auch den mutigsten Menschen Angst einflößt.
Zurück bleiben überflutete und verschlammte Straßen, Keller und auch Wohnungen, abgerutschte
Berghänge, umgestürzte Bäume. Wenn es stark gehagelt hat, können die noch stehenden Bäume
entlaubt sein, und erschlagene Tiere liegen auf dem Boden.
Die Ausmaße eines solchen Jahrhundert- oder Jahrtausendunwetters gehen meist extrem weit über
alle Erfahrungswerte der betroffenen Menschen hinaus: Liefert ein normales Gewitter 5, 10 oder 20
Millimeter Regen ab, können es hierbei 100, 200 oder noch deutlich mehr sein. Die schon erwähnten
Orkanböen können einen Erwachsenen mühelos vor sich her fegen. Hagel kann das Kuriosum einer
Winterlandschaft im Sommer bewirken. Es ist schon vorgekommen, dass er lokal begrenzt eine Schicht
von einem halben oder sogar einem ganzen Meter erreichte!
Manchmal ist auch die zeitliche Dimension eines Unwetters kaum zu glauben: Es kann viele Stunden
lang toben, sehr selten sogar Tage. Dann wird das öffentliche Leben komplett lahm gelegt. Durch
derart dramatische Umstände wurden am 11. September 824 und am 24. Juni 1693 große Teile von Köln zerstört.
Ganz besonders katastrophal schlug das Wetter im Juli 1342 zu: Nach längerer Trockenheit tobte
in ganz Mitteleuropa ein zweitägiges Monsterunwetter, das mitten im Sommer an vielen deutschen
Flüssen zu den größten Hochwassern des Jahrtausends führte.
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