|
Der lange Weg eines Tornados in die Statistik Außerdem darf nichts den Blick auf den kleinen Ausschnitt des Horizontes trüben oder versperren, keine Bäume, Gebäude, Hügel, Niederschläge. Viele Tornados werden einfach nicht gesehen, weil sie keiner sehen konnte. Dies gilt für Gebiete, in denen überhaupt potenzielle Beobachter vorhanden sind. Es gibt aber in Deutschland sehr viele Gebiete, in denen das nicht der Fall ist. Ein Tornado ist - bei aller Heftigkeit - ein sehr lokales Ereignis. Nur die ganz großen ziehen über viele Kilometer, aber selbst das bedeutet zum Beispiel im bayrischen Wald noch lange nicht, dass ihn jemand sehen muss. Aber unterstellen wir mal, dass ihn jemand gesehen hat. Und nun? Wer sagt denn, dass derjenige sofort einen deutschen Tornadoexperten informiert? Viele werden sagen: "Oh, das war aber interessant!", und das war's dann auch. Mancher erzählt zu Hause davon. Und nun? Sagen die Angehörigen: "Da musst Du aber sofort an die Tornadoforscher schreiben!"? Das dürfte wohl äußerst selten der Fall sein. Bestenfalls landet die Beobachtung auf dem Schreibtisch eines Lokalredakteurs, und wenn man Glück hat, ist gerade nichts Wichtigeres los, und es werden ein paar Zeilen darüber geschrieben. Das aber hat mit den bundesweiten Tornadolisten gar nichts zu tun. Unser Tornado taucht also dort immer noch nicht auf. Anders sieht es wohl bei richtig heftigen Tornados aus, erst recht, wenn diese einen Ort verwüsten. Dann wird viel darüber geredet und geschrieben. Aber auch hier gilt: Es gibt keinen Automatismus, der das Ding in die Statistik bringt. Es muss schon einer der Experten oder seiner Freunde davon Kenntnis erhalten. Zum Glück ist die Chance dafür durch die vielen Medien und das Internet deutlich gestiegen. Wird aber jeder starke Tornado überall bekannt? Keineswegs! Auch hier muss man an die vielen großen Freiflächen denken, in denen sie kein Mensch sieht! |
| << Startseite >> |