Maiblüten Der Mai

"Wonnemonat" wird er genannt. Im Mai 1512 wird man mit diesem Begriff nicht viel haben anfangen können, denn zum Monatsende gab es - sogar im nicht gerade schneesicheren Rheinland - einen heftigen Wintereinbruch! Ähnliches erlebte Sachsen genau 400 Jahre zuvor, sowie 1519 und 1334, und ganz Deutschland im Mai 1705, 1662, 1587 und 1125. Der achtmonatige Winter 1442/43 endete erst Ende Mai 1443. Der strenge Winter 993/94 dauerte von Mitte Oktober bis Mitte Mai. Zuvor und danach gab es zwei der heißesten und trockensten Sommer, die Deutschland je erlebt hat.
Viel harmloser aber schneereich war der Winter 1173. Sein Ende Anfang bis Mitte Mai war von Sturm und Regen begleitet, so daß es zum Beispiel am Rhein und seinen Nebenflüssen großes Hochwasser gab. Auch Ende Mai 1983 stieg der Rhein stark an und erreichte in Köln 9,96m, allerdings nur durch anhaltende Regenfälle. Bereits sechs Wochen zuvor hatte es ein fast ebenso großes Hochwasser gegeben. Unglücklicherweise war damals die Altstadt nur bis 9,40m sicher, so daß sie innerhalb weniger Wochen zwei mal überschwemmt wurde. Wenigstens folgte im Jahre 1983 ein sehr guter Sommer. Ganz anders 1434: Der Mai war ungemütlich nasskalt, und der Sommer und der Herbst ebenfalls.

Der 8. Mai 1395 brachte am Mittelrhein ein gewaltiges Hagelunwetter. Sicher nicht damit vergleichbar, jedoch auch sehr heftig, war das Unwetter vom 11. Mai 1981 im Großraum Köln-Aachen-Düsseldorf. Mancherorts schoß das Wasser mit solchem Druck aus dem völlig überlasteten Kanalsystem, daß Gullideckel herausgehoben wurden. Vom 25. bis 28. Mai 1633 tobten im Raum Berlin besonders schwere Unwetter. Am 27. Mai 1640 lag der Hagel in einigen Orten Bayerns bis zu einem halben Meter hoch. In Thüringen ist der 29. Mai 1613 in die Geschichte eingegangen: Ein elf Stunden dauernder Wolkenbruch führte zur "Thüringischen Sintflut", einer unglaublich schweren Überschwemmung.

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