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Der Januar Idealtypisch ist der Januar frostig kalt und dabei recht trocken. Oft ist er ein ziemlich langweiliger Monat, und der Aufenthalt im Freien wird von vielen Menschen nicht sehr geschätzt. Ganz anders 1290: Der Winter 1289/90 ist komplett ausgefallen, und der Januar war ausgesprochen mild. Die Vögel begannen zu brüten, der Wein und viele Baumarten blühten, und man konnte Blumen und sogar reife Walderdbeeren pflücken! Es war allerdings eine trügerische Idylle! Das Jahr 1290 wurde total verregnet, und es kam zu zahlreichen Überschwemmungen. Vor allem aber gab es die häufigsten und schwersten Hagelfälle der Geschichte, die tausende von Menschen und unzählige Tiere das Leben kosteten! Oft bringt der Januar Stürme und Sturmfluten. Zu den furchtbarsten gehört die vom 16.1.1300, bei der viele Nordseeinseln und ein großer Teil von Helgoland vernichtet wurden. Bereits im Januar 1216 war Helgoland um ein gutes Stück verkleinert worden. Damals gab es an den Küsten Norddeutschlands mehrere 10.000 Tote. |
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Und bereits drei Jahre später gab es wieder eine gewaltige Januar-Sturmflut
mit abermals mehreren 10.000 Toten.
Diese war besonders tragisch, da sie nur zwei Monate nach einer
noch erheblich verlustreicheren Flut auftrat. Wahrscheinlich gab es in keinem anderen Zeitabschnitt
eine solche Häufung von teils katastrophalen Sturmfluten wie zwischen 1212 und 1223. Die meisten davon
fanden im Januar statt.
Besonders schwere Stürme müssen keineswegs immer Sturmfluten bringen. Ob diese zu Stande kommen, hängt davon ab, wie lange und grossflächig der Wind über dem Meer aus der "richtigen" Richtung weht und ob der Höhepunkt des Sturmes mit der Flutzeit zusammentrifft. Begünstigt werden extreme Sturmfluten auch durch das Zusammentreffen eines Orkans mit der "Springflut", bei der Sonne, Mond und Erde in einer Linie stehen, wodurch wegen der gleichgerichteten Anziehungskraft ohnehin eine höhere als die normale Flut eintritt. Ein Beispiel für einen schweren Orkan ohne nennenswerte Sturmflut ist "Kyrill", der am 18.1.2006 ganz Deutschland erfasste, im Flachland Böen bis zu 150 Km/h erzeugte und erstmals bundesweit den Bahnverkehr zum Erliegen brachte. Leider richtet sich in Deutschland das Ende des Winters nie nach dem Kalender. Selbst wenn der Winter extrem streng ist, kann es bei uns jederzeit zu einem massiven Wärmeeinbruch kommen. Wie zum Beispiel Ende Januar 1408, als nach enorm strengem Winterwetter plötzlich massives Tauwetter einsetzte und zu schlimmen Überschwemmungen führte. Es kann vorkommen, daß im Januar schwere Gewitter toben, wie zum Beispiel verbreitet am 13.1.1551, oder am 20.1.1521 in Norddeutschland. Die beiden nach Kölner Pegel größten Hochwasser des Rheins im zwanzigsten Jahrhundert fanden im Januar statt, nämlich 1926 und 1995. << |
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