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Auf dem Weg von Rosenheim nach Miesbach vom Unwetter getroffen

Wir waren am Freitag in Rosenheim tätig. Leider hat es bis gegen fünf Uhr gedauert. Eigentlich wollten wir schon längst auf dem Heimweg sein. Waren wir aber nicht, sondern machten uns genau um kurz nach fünf auf den Weg. Mein Kollege Rainer fuhr Richtung Autobahn nach München und kam nicht weiter als bis zum Irschenberg!

Ich machte mich auf den Weg nach Miesbach und bin also von Rosenheim aus über die Dörfer genau ins "Epizentrum" gelangt, oder glücklicherweise, wie sich dann herausstellte, bis kurz davor. Kurz nach Pang fuhr ich durch ein Waldstück und sah plötzlich die schwärzeste Wolkenwand vor mir, die ich jemals gesehen hatte, und ich kann mich noch gut an das Unwetter 1984 erinnern! Diese Front sah schlimmer aus als damals - und sie kam genau auf mich zu!

Plötzlich setzte ein wahnsinniger Sturm ein, und das Auto vor mir und ich kamen gerade noch aus dem Waldstück heraus, als hinter uns die ersten Fichten umfielen! Ich hatte nun schon ziemliche Angst! Dann kamen auch schon die ersten "Hagelkugeln" auf uns zugeschossen. Der Begriff "Körner" würde hier nicht passen, denn sie waren so groß wie Tischtennisbälle! Es hat brutal geknallt, und wir fuhren sofort auf einen Feldweg. Gott sei Dank gab es hier nur Wiese und keine Bäume, denn man konnte keinen Meter weit mehr sehen! Zu dem Zeitpunkt waren meine Autoscheinwerfer schon kaputt: Zerschossen von den ersten Hagelkugeln! Zuerst hatte ich es gar nicht bemerkt. Was dann kam war soooo schlimm! Der Hagel trommelte wirklich fast 10 Minuten auf das Auto ein und ich habe echt geheult, weil ich dachte, meine Scheiben halten nicht!

Der Lärm während dieses schrecklichen Unwetters war ohrenbetäubend! Auch wenn es unglaublich klingt: Ich habe das Radio auf größte Lautstärke gestellt, weil mich dieser Lärm so fertig gemacht hat! Manche Hagelkugeln waren so groß wie Knödeln! Ich habe so etwas in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen!

Dann war es endlich vorbei. Es setzte noch ein enormer Platzregen ein, aber ich konnte mit zitternden Knien in den nächsten Ort fahren (Au, bei Miesbach). Die Landschaft sah aus wie im Winter! Im Ort selbst sah es aus, so was habe ich noch nicht gesehen! Wir standen lange auf der Zufahrtstraße, weil erst einmal der Schneepflug fahren musste um die Straße vom Hagel, den Bäumen, Blättern und Dachziegeln zu befreien - brutal!

Als ich dann nach Miesbach kam, sah ich, dass ich noch enormes Glück gehabt hatte:
Im Ort war kaum mehr ein Auto, das noch eine ganze Wind-Schutzscheibe hatte! Die knödelgroßen Hagelkugeln hatten voll eingeschlagen, und die Autos hatten nicht, wie meines, mehrere kleinere und größere Dellen, sondern sie sahen aus wie Wellblech! Teilweise war sogar das Blech durchschossen worden! An vielen Häusern waren die Fensterscheiben zerbrochen, weil der Sturm (Orkan) selbst diese großen Hagelkugeln zu waagerechten Geschossen gemacht hatte! Dadurch wurden auch viele Autos von allen Seiten zerbeult.

Mein Kollege Rainer hat mehrere Stunden am Irschenberg verbracht und Ähnliches erlebt wie ich, allerdings in seinem Fiat mit Faltdach! Er musste in Unterhosen heimfahren, weil er völlig durchnässt war!

Eingesandt von Alexandra Schwaiger am 12. August 2001
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